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Recht: Fährt ein Wagen, hoch beladen

Nicht nur Lkw oder Kleintransporter, sondern auch Pkw sind verpflichtet, ihre Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutscht oder gar herabfallen kann.

Es vergeht kein Tag, an dem nicht im Rahmen der Verkehrsmeldungen auf Gefahren hingewiesen wird, die die Fahrer vor verlorenen Gegenständen auf den Autobahnen – wie z. B. Spanngurten – warnen. Dabei ist im Gesetz klar normiert, dass die Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutscht oder gar herabfallen kann. Erfasst von dieser Vorschrift sind nicht nur Lkw oder Kleintransporter, sondern auch Pkw. Betrachtet man einige Fahrzeuge, auch und gerade jetzt in der Urlaubszeit, kommen erhebliche Zweifel auf, ob die Vorschrift eingehalten wird.

Die Pflicht zur richtigen Sicherung der Ladung ist nicht nur an den jeweiligen Fahrer adressiert, sondern auch der Fuhrparkverantwortliche hat dafür Sorge zu tragen, dass die jeweiligen Dienstfahrzeuge und Transporter so ausgestattet sind, dass eine sichere Ladung von Gütern überhaupt möglich ist. Denn die Vorschrift des § 31 Abs. 2 StVZO normiert eindeutig, dass der Fahrzeughalter dafür verantwortlich ist, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges durch die Ladung nicht beeinträchtigt werden darf. Dies bedeutet zu allererst, dass die Fahrzeuge so ausgestattet sein müssen, dass eine vernünftige, gesetzlich einwandfreie Sicherung der Ladung überhaupt erfolgen kann. Zwar schweigt das Gesetz dazu, welche konkreten Ladungssicherungen eingesetzt werden müssen, klar ist jedoch, dass bei Kombis eine Trennung zwischen der Ladefläche und dem Fahrersitz vorhanden sein muss. Bei Kleintransportern empfiehlt sich an der Stelle, dass die Ware mit einem Netz gesichert wird. Werden solche Sicherungsmittel vom Arbeitgeber erst gar nicht zur Verfügung gestellt, stehen nicht nur Bußgelder im Raum, sondern bei Unfällen können außerdem der gesetzliche Unfallschutz für Unternehmen und Fahrer in Frage stehen bzw. Regressforderungen geltend gemacht werden.

In der Konsequenz bedeutet dies aber auch, dass der Fuhrparkverantwortliche nicht nur bei der Beschaffung der Sicherungsmittel im Fokus des Gesetzes steht, sondern er auch nach UVV-Fahrzeuge § 57  sich im Rahmen seiner Fahrzeugprüfungen davon zu vergewissern hat oder durch einen Sachkundigen prüfen lässt, ob die Sicherungsmittel noch vorhanden und in einem einwandfreiem Zustand sind. Flankierend, zur eigenen Absicherung, empfiehlt es sich für Fuhrparkverantwortliche, den Fahrern und Dienstwagennutzern Checklisten an Hand zu geben, die eine ordnungsgemäße Handhabung des Dienstwagens vorgeben. Das gilt im Übrigen nicht nur für die sichere Beladung, sondern für alle gesetzlichen oder aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers resultierenden Aspekte in Zusammenhang mit der Nutzung eines Dienstwagens.

Autor:

Dr. Hartleb
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