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Recht: Der Unfall im Ausland

Gerade zu Beginn der Reisezeit sollte man sich, wenn man mit dem Dienstwagen in den Urlaub fährt, auch auf schlimme Eventualitäten, wie einen Verkehrsunfall vorbereiten. Bereits im letzten Fuhrparktelegramm war empfohlen worden, sich auf die häufig unbekannten Verkehrsregeln im Ausland vorzubereiten. Aber auch für den Fall eines Verkehrsunfalls kann man sich vor Antritt der Reise präparieren.

Dies betrifft vor allem die Frage, ob für das beabsichtigte Zielland eine gültige Haftpflichtversicherung vorliegt. „Automatisch versichert“ sind die Fahrzeuge in allen EU-Mitgliedstaaten. Liegt das Ziel außerhalb dieses Bereiches, muss nicht nur nochmals gecheckt werden, ob ein solches Ziel nach dem Dienstwagenüberlassungsvertrag zulässig ist, sondern auch, ob für ein außereuropäisches Ausland Versicherungsschutz besteht. Die Existenz einer Kfz-Versicherung weist man am besten über die sog. „Grüne Karte“ nach, welche internationale Gültigkeit besitzt. Hauptsächlich gilt sie aber nur für europäische Staaten. Auch wenn man die „Grüne Karte“ nicht unbedingt vorzeigen muss, sollte man sie immer dabeihaben.

Äußerst hilfreich ist es, ein Formular für einen EU-Unfallbericht in englischer Fassung oder – wenn möglich – in der Landessprache des Urlaubslandes mit sich zuführen. Der Vorteil des Formulars besteht darin, dass keine wesentlichen Punkte, die für eine spätere Regulierung des Unfallschadens erforderlich sind, vergessen werden. Hilfreich ist darüber hinaus, wenn das Fuhrparkmanagement dem Dienstwagennutzer zumindest eine Checkliste überlässt, damit bei der Aufregung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall keine wichtigen Punkte vergessen werden, wenn kein Unfallbericht zur Hand ist, wie:

  • Ort und Zeit des Unfalls
  • Unfallgegner, d.h. Fahrer, Halter und Versicherung und Versicherungsscheinnummer
  • eventuell vorhandene Zeugen mit Namen und Anschriften
  • Kennzeichen aller Autos, die am Unfall beteiligt waren
  • Schäden an und in den Fahrzeugen inklusive einer Unfallskizze und Fotos

Nach Möglichkeit sollte auch die Polizei hinzugezogen werden. Nach Abschluss einer Unfallaufnahme durch die Polizei sollte ein Unfallprotokoll ausgehändigt werden, aus dem sich auch die Dienststelle der aufnehmenden Behörde und ein Aktenzeichen ergibt. Schließlich sollte der Dienstwagennutzer zeitnah nach dem Verkehrsunfall für sich und das Fuhrparkmanagement eine Unfallschilderung schriftlich fixieren.

Alle vorstehenden Punkte sind bedeutsam, um nach Urlaubsrückkehr eine reibungslose Regulierung des Schadens zu ermöglichen. Nur so können auch die persönlichen Ansprüche des Dienstwagennutzers, wie z.B. ein Schmerzensgeld oder Schadensersatz wegen beschädigter persönlicher Sachen, rechtssicher durchgesetzt werden.

Autor:

Dr. Christoph Hartleb
Rechtsanwalt vereidigter Buchprüfer
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